
Blogartikel vom 10.03.2025
1. Ungleichmäßige Wandstärken → Spannungen & Verzug
Typischer Fehler:
Starke Unterschiede in Wandstärken führen zu inhomogenem Schwindungsverhalten. Das Resultat: Verzug, Einfallstellen oder Spannungsrisse.
Troubleshooting-Tipp:
Beim Abmustern gezielt Schwindung und Verzug analysieren (z. B. durch Messung und Vergleich mit CAD).
Eventuell helfen:
• Anpassung der Füllparameter
• gezielte Temperaturführung
• oder Konstruktionsänderung (z. B. Wandübergänge weicher gestalten)
2. Entformprobleme durch Hinterschnitte & Geometrien
Typischer Fehler:
Bauteile sind zu komplex gestaltet, ohne Rücksicht auf Entformung. Folge: Kratzer, Spannungen oder beschädigte Werkzeuge.
Troubleshooting-Tipp:
Beim Erstabmusterungsvorgang gezielt die Entformung beobachten – ruckfreie Entnahme? Sichtbare Spuren?
Korrekturen können erfolgen über:
• Politur / Entformschräge
• Entformung durch Schieber
• Änderung des Bauteildesigns
3. Falsch dimensionierte Rippen → Einfallstellen & Luftblasen
Typischer Fehler:
Rippen zu dick oder falsch platziert → Lufteinschlüsse, Einfallstellen an der Oberfläche, schwankende Stabilität.
Troubleshooting-Tipp:
Beim Abmustern können Einfallstellen schnell sichtbar werden.
Maßnahme:
• Prozessparameter (Nachdruck, Einspritzgeschwindigkeit) anpassen
• Oder: Konstruktiv nachbessern – z. B. Rippendicke reduzieren (ca. 60–70 % der Wanddicke) oder besser platzieren.
4. Ungeeignete Anspritzpunkte → Füllprobleme & Bindenähte
Typischer Fehler:
Ein schlecht gesetzter Anspritzpunkt führt zu:
• ungleichmäßiger Füllung
• Bindenähten an kritischen Stellen
• sichtbaren Fehlerbildern
Troubleshooting-Tipp:
Beim Abmustern die Füllanalyse prüfen – mit einem erfahrenen Auge lässt sich sofort erkennen, ob der Fließweg passt oder Probleme zu erwarten sind.
Oft reichen kleine Änderungen:
• andere Anspritzposition
• Werkzeugmodifikation
• Steuerung der Einspritzgeschwindigkeit
5. Konstruktion ohne Fertigungsbezug → unnötige Kosten & Nacharbeit
Typischer Fehler:
Bauteil wird „perfekt am Bildschirm“ konstruiert – aber nicht spritzgussgerecht. Folge: teures Werkzeug, schlechter Prozess oder Bauteilversagen.
Troubleshooting-Tipp:
Bereits beim Abmustern zeigt sich, ob das Bauteil serienfähig ist – z. B. anhand von:
• Füllverhalten
• Werkzeugverschleiß
• Taktzeit
Durchschnittliche Tools wie Moldflow helfen – aber nichts ersetzt die Erfahrung im realen Prozess. Hier unterstütze ich regelmäßig Kunden bei der praxisnahen Optimierung.
Die Erstbemusterung (Abmusterung) ist nicht nur ein Pflichtschritt – sie ist die beste Gelegenheit, um Risiken zu erkennen und Konstruktionsfehler sichtbar zu machen.
Leider wird dieser Schritt oft „durchgezogen“, ohne strukturiertes Troubleshooting. Genau hier unterstütze ich Unternehmen – mit folgenden Leistungen:
Meine Unterstützung beim Abmustern:
• Begleitung direkt vor Ort oder remote
• Analyse von Bauteilproblemen anhand realer Musterteile
• Konstruktive Verbesserungsvorschläge (auch kurzfristig)
• Unterstützung bei Kommunikation mit Werkzeugbau / Formteilfertiger
✅ Fazit: Wer früh prüft, spart später viel
Viele Probleme im Spritzguss lassen sich vermeiden – wenn Konstruktion, Werkzeug und Prozess von Anfang an zusammengedacht werden.
Richtiges Abmustern mit einem externen Spezialisten hilft, Risiken früh aufzudecken – und sichert die Bauteilqualität nachhaltig ab.
Haben Sie aktuell ein Werkzeug in der Erstbemusterung oder ein Bauteil mit Qualitätsproblemen?
Ich unterstütze Sie gerne – pragmatisch, technisch fundiert und lösungsorientiert.
👉 Kontaktieren Sie mich direkt – für eine unabhängige Analyse oder Unterstützung beim Troubleshooting.
Bei Interesse an einem Austausch melden Sie sich gerne!
Beste Grüße,
Sergio Rigano
📞 Mobil: +49 163 7525529
🌐 Web: www.rigano-kunststofftechnik.com
